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Weg vom Generationenlabel

Wenn Missverständnisse das eigentliche Problem sind

Im Frühstücks-Salon des Team Breite Gasse im Mai 2026 wurde schnell deutlich: Wenn es um Zusammenarbeit zwischen Generationen geht, reden wir oft über das falsche Problem. Nicht das Alter trennt uns – sondern unterschiedliche Werte, Erwartungen und Kommunikationsstile.

Spannungen, die als „Generationenkonflikte“ tituliert werden, sind tatsächlich Spannungen zu unterschiedlichen Vorstellungen, wer wann wie schnell Entscheidungen treffen darf, wie Feedback gegeben wird, wie Verantwortung verstanden wird oder wie viel Struktur ein Arbeitsprozess braucht. Diese Unterschiede verlaufen nicht sauber entlang von Altersgruppen. Sie sind individuell geprägt – durch Erfahrung, Sozialisation und berufliche Kontexte.

Der eigentliche Hebel: Umgang mit Differenz

Im Verlauf des Salons verschob sich daher der Fokus. Weg von der Frage „Wie arbeiten Generationen zusammen?“ hin zu „Wie gehen wir mit Differenz um?“

Entscheidend ist zunächst, dass unterschiedliche Perspektiven überhaupt sichtbar und hörbar werden. Einbindung bedeutet mehr als bloßes „Mitmeinen“ – sie braucht aktive Einladung. Gleichzeitig zeigt sich, dass Differenzen nicht automatisch produktiv sind. Sie brauchen Übersetzungsarbeit, ein bewusstes Brückenbauen zwischen unterschiedlichen Logiken und Erwartungen. Und schließlich wurde deutlich, dass viele Konflikte weniger aus Gegensätzen entstehen als aus ungeklärten Annahmen.

Eine Teilnehmerin brachte diesen Gedanken auf den Punkt: „Ich muss Verantwortung für meine Missverständnisse übernehmen.“ In diesem Satz steckt ein bemerkenswerter Perspektivwechsel. Weg von der Zuschreibung – die anderen sind schwierig – hin zur eigenen Rolle im Kommunikationsgeschehen.

Reden wir über Erwartungen

Man kann sich eine typische Situation vorstellen: Eine jüngere Mitarbeiterin wartet auf rasches Feedback von einem Kollegen zu einem Entwurf und interpretiert das Ausbleiben als Desinteresse. Ein erfahrener Kollege hingegen nimmt sich bewusst Zeit zur Reflexion und versteht das Zeit-Nehmen als Ausdruck von Sorgfalt. Beide handeln nachvollziehbar, beide orientieren sich an plausiblen Werten und dennoch entsteht ein Konflikt. Nicht, weil sie unterschiedlichen Generationen angehören, sondern weil ihre Erwartungen unausgesprochen bleiben.

Mit einem anderen Mindset könnte das Gespräch anders beginnen: „Ich merke, ich habe dein Schweigen als Ablehnung interpretiert – war das so gemeint?“ In diesem Moment verschiebt sich die Dynamik von der Bewertung zur Klärung.

Wie Organisationen dieses Mindset fördern können

Der Wunsch nach besserem intergenerationalem Arbeiten wird häufig mit spezifischen Programmen beantwortet. Formate wie Mentoring oder Reverse Mentoring können wertvolle Erfahrungsräume schaffen, weil sie Perspektiven gezielt miteinander in Beziehung setzen. Besonders wirksam werden sie dort, wo sie nicht als „Generationenmaßnahmen“ verstanden werden, sondern als Teil einer lernenden Organisation. Ähnlich verhält es sich mit gemeinsamen Projekten: Erst in der konkreten Zusammenarbeit an einer Aufgabe entsteht echtes Verständnis für unterschiedliche Arbeitsweisen. Ergänzend dazu braucht es bewusste Teamzeiten, in denen Reflexion, Feedback und Klärung Platz haben – jenseits des unmittelbaren Arbeitsdrucks.

Weniger Etiketten, mehr Verantwortung

Intergenerationale Zusammenarbeit gelingt nicht durch ein immer feineres Verständnis von Altersgruppen, sondern durch einen reiferen Umgang mit Unterschieden. Organisationen, die Verantwortung für Missverständnisse nicht externalisieren, sondern als gemeinsame Aufgabe begreifen, schaffen eine andere Qualität der Zusammenarbeit.

Oder zugespitzt formuliert: Nicht die Generationen müssen „im Laufen gehalten werden“ – sondern die Fähigkeit, mit Differenz produktiv umzugehen.

Wieder im bewährten Online-Format zwischen 8:30 und 9:45 mit Gerhild Deutinger und Martina A. Friedl. Diesmal widmen wir uns dem Thema Führungskultur. Einladung folgt.
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© Alexander Brenn

Sara Piatek

Gute Beratung braucht zunächst eine genaue Diagnose. Sara Piatek verbindet bei impulsbüro. sozialwissenschaftliche Methodik mit dem Blick für organisationale Zusammenhänge: von Kompetenzanalysen über Mitarbeiter*innen-Befragungen bis hin zu ethnographischen Beobachtungen und Situationsanalysen. Mit dieser Basis begleitet sie Beratungsprozesse, Klausuren und Workshops. Als Organisationssoziologin liegt ihr Schwerpunkt auf der internen Kultur und den Beziehungsdynamiken, die Zusammenarbeit und Führung in Organisationen prägen.

Mag.a Eva de Wilde

Heilpädagogin, psychosoziale Beraterin, zertifizierter Life Coach und traumasensible Prozessbegleiterin. Der Schwerpunkt ihrer aktuellen Arbeit liegt in der Begleitung von Frauen in körperlichen, seelischen und persönlichen Veränderungsprozessen. In ihrer Arbeit verbindet sie fachliche Kompetenz mit persönlicher Tiefe und einem feinen Verständnis für die Auswirkungen von biografischen Prägungen und anhaltenden Belastungen im Zusammenhang weiblicher Lebensrealitäten. Bei uns im impulsbüro. begleitet Sie Frauen als einfühlsame Gesprächspartnerin bei beruflichen Übergängen und neuen Lebensabschnitten. Dabei stehen die respektvolle und individuelle Begleitung jeder einzelnen Person im Mittelpunkt.

Mag.a Isabella Hafner

Isabella Hafner begleitet seit 2013 Projekte an der Schnittstelle Mensch, Organisation und technischer Umsetzung. Ihre Erfahrung umfasst die operative Planung internationaler Rollouts ebenso wie die Führung interdisziplinärer Teams in der Softwareentwicklung. Sie verfügt über fundierte Kenntnisse in der Einführung agiler Strukturen und Tools sowie in der Begleitung KI-gestützter Projekte. Sie ist diplomierte Kommunikationstrainerin und Mentaltrainerin.
© Katharina Schiffl

Mag Alois Schrems

Steht für umfassende und systemisch geprägte Strategie- und Prozessberatung. Der Volkswirt bringt mehr als 15 Jahre Erfahrung in der Industrie, bei Sozialpartnern und in Behörden ein, ist Absolvent der Hochschule St.Gallen / Certified Strategic Management und begleitet Kunden bei Change Management Prozessen, im Redesign von Abläufen und bei der Neuausrichtung ihrer Geschäftstätigkeit. Seine Leidenschaft liegt im Aufbau von CSR-Prozessen.
© Ina Manuguerra

Dr.in Martina A. Friedl

Dr.in Martina A. Friedl ist promovierte Chemikerin, Unternehmensberaterin, zertifizierte Erwachsenenbildnerin und Coach. Zusätzlich absolvierte sie eine Weiterbildung in systemischer Organisationsberatung und ist systemische Psychotherapeutin.
© Anna Fichtner

Sabine Bertassi

Sabine Bertassi hat sich auf die Stimme spezialisiert. Als ausgebildete Sängerin kennt sie alle Facetten der Stimme, aber auch die vielen Anwendungsbereiche außerhalb der Bühne, in der eine gut-sitzende Stimme, professionelles Auftreten und eine kongruente Botschaft entscheidend sind. Sie war jahrelang als Personalentwicklerin und im Tourismus tätig. Im impulsbüro. trainiert sie Führungskräfte bei Auftritten und coacht Kunden, die sich beruflich neu orientieren möchten. Mehr über sie unter www.articolare.at.

Magdalena May, MSc

Ist Arbeits- & Organisationspsychologin. Als Graphic Facilitator glaubt sie vor allem an die Kraft von Bildern und bringt mit Strich und Farbe nicht nur kreative Anregung sondern auch Informationsverdichtung und Struktur. Die ausgebildete Agile Coach begleitet Teamprozesse vor allem mit gruppendynamisch geschultem Blick und Feingefühl. Zudem ist sie in der Forschung tätig und publiziert zu Themen rund um die Arbeit der Zukunft und die Rolle von Technologie & Robotik.
© Manfred Baumann

Gabriele Strodl-Sollak, MA

Kommunikation beginnt, wenn man auf den anderen zugeht. Es gibt wenige Berater, die diese Fähigkeit in gleicher Perfektion ausüben wie Gabriele Strodl-Sollak, die 2006 das Unternehmen Sollak Kommunikationsarchitekten gegründet hat. Zuvor war Gabriele Strodl-Sollak Pressesprecherin bei einem bekannten Unternehmensberater und Consulter einer namhaften PR-Agentur. Spezielle Ausbildung in Diversity Management.
© Katharina Schiffl

Mag.ª Gerhild Deutinger

Gründerin und Geschäftsführerin von impulsbüro.
Es gibt sie, die optimale Kommunikation: mit diesem Ziel hat Gerhild Deutinger 2007 impulsbüro. gegründet. Zuvor war die gebürtige Salzburgerin als Pressesprecherin im regierungsnahen Umfeld und bei Medien tätig. Sie hat im Generali-Konzern mehrere Jahre Medien und Vorstände betreut und als Senior Consulter einer großen Agentur CEOs und Kommunikationsverantwortliche beraten. Spezielle Ausbildungen für systemische Organisationsberatung, Leadership und Kreativitätstechniken. Mehr über Gerhild Deutinger finden Sie hier